Einzel- oder Gruppenhaltung von Katzen


Der Mythos, dass Katzen Einzelgänger seien, hält sich noch immer hartnäckig. Doch dabei handelt es sich um einen großen Irrtum. Katzen in der freien Natur sind zwar Einzeljäger, jedoch keine Einzelgänger. Ganz im Gegenteil – unsere Miezen sind soziale Tiere, die den Kontakt zu Artgenossen fast ausnahmslos brauchen, um ein artgerechtes und erfülltes Katzenleben zu führen.

Der beste Beweis dafür sind Straßenkatzen, welche kein zu Hause haben. Diese halten sich meist in größeren Gruppen, wie in einer Art Kolonie, mit ihren Artgenossen auf. 

Viele vergleichen unsere domestizierten Katzen fälschlicherweise mit Wildkatzen, obwohl diese völlig unterschiedlichen Bedürfnisse haben. So sind die richtigen Wildkatzen tatsächlich meist Einzelgänger – ganz im Gegensatz zu unseren Hauskatzen, die sehr sozial und gesellig sind und immer wieder den Kontakt zu Artgenossen suchen, wenn sie die Möglichkeit dazu haben. Willst du eine Katze alleine halten, hat sie diese Möglichkeit leider nicht.



Doppelte Kosten!
Auch dass zwei Katzen viel mehr Arbeit bedeuten und wesentlich teurer sind als eine ist in aller Regel so nicht ganz richtig. Da du mit zwei (oder mehr) Katzen häufig auf günstigere Großpackungen zurückgreifen kannst, fallen die laufenden Kosten mit zwei Katzen nicht doppelt so hoch aus wie mit einer. Zudem gibt es Dinge, die ohnehin angeschafft werden müssen – etwa Spielzeug oder ein Kratzbaum – unabhängig davon, ob du nun eine oder zwei Katzen hast. Ein bisschen teurer wird es aber natürlich schon. Das ist nicht zu leugnen.

Flausen im Kopf!
Willst du eine Katze alleine halten, kommen die Miezen übrigens häufiger auf allerhand Dummheiten, da sie viel Zeit und Langeweile haben, wenn ihr Mensch nicht da ist. Zwei Katzen dagegen beschäftigen sich gerne untereinander. Zwar dürfen Schmuse- und Spieleinheiten mit dir trotzdem nicht zu kurz kommen, aber bist du nicht mehr der einzige, soziale Kontakt, den deine Katze hat, wirst du hier deutlich flexibler.

Die Gründe, warum du dich von Beginn an für zwei Katzen statt nur einer entscheiden solltest sind vielfältig. Wie oben schon beschrieben, handelt es sich bei Katzen um sehr soziale Tiere. Vor allem Kitten sollten nach Möglichkeit nicht alleine gehalten werden. Junge Katzen leiden mehr unter der Einzelhaltung, da sie noch an die gemeinsame Zeit mit ihrer Mutter sowie ihren Geschwistern gewöhnt sind, mit denen sie jederzeit schmusen und spielen konnten.

Verspielte Jungkatzen!
Da Kätzchen und junge Katzen noch extrem verspielt sind und sich gerne so richtig austoben, wird es für sie erst einmal ein Schock sein, plötzlich ganz alleine in der Wohnung zu sitzen, ohne einen passenden Spielkameraden zu haben. 

Zudem ist der Kontakt zu anderen Katzen enorm wichtig, da die jungen Miezen gegenseitig voneinander lernen. Gemeinsames Raufen gehört dabei selbstverständlich auch dazu, was deiner Katze ohne einen Spielkameraden verwehrt bleiben wird. Seine Katze alleine halten zu wollen, bringt also auch in dieser Hinsicht negative Aspekte mit sich.

Katzen in Einzelhaft!
Es kann passieren, dass in deinem zu Hause bald Dinge zu Bruch gehen oder deine Katze beim Spielen mit dir zu starke Kräfte anwendet und dir dadurch – wenn auch nicht böse gemeint – Verletzungen zufügt. Denn sie hat es nie gelernt, ihre Krallen und ihr Gebiss richtig einzusetzen, da sie keine andere Katze hatte, die es ihr beigebracht hat. Darum ist es so wichtig, dir unbedingt zwei Kitten zu holen – so können diese gegenseitig ihre Energie aneinander auslassen und vollkommen artgerecht miteinander spielen.

Wichtiger Hinweis:

Achte bei Kätzchen unbedingt auf ein möglichst gleiches Alter. Eine junge, erwachsene Katze ist häufig kein passender Gefährte für eine sehr junge Katze. Ideal sind Geschwister aus dem gleichen Wurf. Das ist nicht nur besser als das „Katze alleine halten“ sondern sozusagen der Best Case. Aber auch eine fremde Jungkatze eignet sich, da beide Katzen auf Augenhöhe miteinander agieren können und sich für gewöhnlich schnell aneinander gewöhnen.

 

Nun wirst du dir vielleicht denken: „Aber ich bin doch da und kümmere mich um meine Katze, spiele mit ihr und gebe ihr genügend Streicheleinheiten“. Das mag natürlich stimmen. Dennoch ist der Mensch kein vollständiger Ersatz für einen tierischen Kumpel, denn du sprichst nicht die gleiche Sprache wie deine Mieze. 

Stell dir vor, du wärst ab sofort nur noch unter Katzen und würdest nichts außer Miauen hören. Würdest du auf Dauer glücklich werden, wenn du dich mit niemandem unterhalten kannst? Irgendwann wärst du wahrscheinlich auf die ein oder andere Art sehr einsam. Genauso geht es deiner Katze, wenn sie keinen Artgenossen zur Kommunikation hat.

Und auch wenn du versuchst, deiner Katze gerecht zu werden und alles für sie tust – am Ende bist du keine Katze, sondern „nur“ ein Mensch, der seiner Mieze nicht alles bieten kann, was ein kätzischer Spielpartner kann. Oder schaffst du es, von früh bis abends zu jeder Zeit mit deiner Katze zu spielen, sie zu putzen und dich in ihrer Sprache zu unterhalten? Für den Menschen ist es im Grunde nicht möglich, alle Bedürfnisse seiner Katze zu befriedigen.

Folgen der Einzelhaltung
Wird eine Katze alleine gehalten, kann das gut gehen. Aber es kann auch schwerwiegende Folgen haben und sich auf das komplette Leben deiner Mieze auswirken. Manche Samtpfoten werden regelrecht depressiv und liegen dann nur noch teilnahmslos in der Ecke herum, da sie mit der Zeit die Lebensfreude verlieren. Andere wiederum zeigen ihren Frust durch aggressives Verhalten wie Zerstörungswut an Möbeln und Tapeten. Diese Verhaltensstörungen kommen insbesondere dann auf, wenn die Katze nicht nur alleine gehalten wird, sondern auch der Mensch dann nicht viel Zeit mit ihr verbringt.

Mit der Zeit wird deine Katze vielleicht extrem anhänglich werden und sich komplett auf dich fixieren. Du bist ihr Lebensmittelpunkt, denn sie hat ja niemanden außer dir. So kann es passieren, dass deine Fellnase dich auf Schritt und Tritt verfolgt und permanent deine Aufmerksamkeit fordert, auch wenn du gerade keine Zeit hast.

Gehst du nicht darauf ein, fängt sie möglicherweise an, dich zu kratzen oder zu beißen, um das Spielen mit dir einzufordern – oder aber sie beweist Ausdauer und miaut stundenlang kläglich. Diesem Problem kannst du mit einer Zweitkatze ganz einfach aus dem Weg gehen, da sich die beiden Miezen so untereinander beschäftigen. Eine Katze alleine halten zu wollen, bringt nämlich durchaus auch seine Nachteile mit sich.

Wann ist Einzelhaltung sinnvoll?
Von Natur aus wird im Grunde keine eine unserer Hauskatzen als Einzelkatze geboren. Dennoch gibt es sie, die wirklichen Einzelkatzen, die keinen Kontakt mit anderen Katzen haben möchten und bei denen auch nach mehreren Versuchen keine Zusammenführung mit einer anderen Mieze funktioniert. Das liegt in der Regel daran, dass der Mensch sie zu einer Einzelkatze gemacht hat. Katzen die ihr Leben lang alleine in einer Wohnung gelebt haben, haben ihr natürliches Sozialverhalten mit Artgenossen verlernt und sind häufig nicht mehr in der Lage, soziale Bindungen zu Artgenossen aufzubauen.

Aber auch eine zu frühe Trennung von der Katzenmutter oder Fälle, in denen ein Kätzchen keine Geschwister um sich hatte, können dazu führen, dass eine Katze schwer oder sogar gar nicht sozialisierbar ist.

Wenn du wirklich nur eine Katze allein halten möchtest, macht es darum Sinn, dich im Tierheim nach einer solchen - vielleicht auch schon erwachsenen - Einzelkatze umzuschauen. Viele Tierheim Katzen kommen durch die jahrelange Einzelhaltung nicht mehr mit anderen Katzen klar und sind darum perfekt dafür geeignet, alleine adoptiert zu werden.

Wichtig
Plane mit einer Einzelkatze genügend Zeit ein, denn du bist die einzige Person, die sie hat. Dementsprechend viel Aufmerksamkeit wird deine Mieze also benötigen. Spiele und schmuse mit ihr so viel wie möglich, damit sie sich nicht einsam fühlt und dennoch ein erfülltes und glückliches Katzenleben hat.

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